Rock It! Magazine
Issue 05/2008 (volume 47)

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Pfad Den Guten Hoffnung
Gerade in Skandinavien schießen Progressive-Metal-Bands wie Pilze aus dem Boden. Sänger ANDI
KRAVLJACA sprach mit uns über das Debüt seiner Combo SILENT CALL und die
Zukunftsaussichten der Stockholmer.

Was kannst du uns über euren bisherigen Werdegang erzählen?
Die Anfänge der Band gehen zurück bis ins Jahr 1990, als Gitarrist Daniel Ekholm und Keyboarder
Patrik Ulfström in einer Combo namens JAMBACK spielten. Sie hatten damals sowohl
Coverversionen als auch eigene Songs im Programm und waren in der Stockholmer Szene recht
erfolgreich. Anno 2003 entschlossen sich die Beiden, das Thema professioneller anzupacken. Zugleich
wollten sie mehr progressive und modernere Einflüsse in ihren Sound einbauen - weswegen sie
schließlich einen Schlusstrich unter JAMBACK zogen und SILENT CALL formierten. Unser
Drummer Mikael Kvist, Bassist Tobbe Moen und ich stießen dann im Jarh 2006 nacheinander hinzu.

Du warst worher schon in anderen Bands aktiv!

Stimmt. Mit dem Progressive-Metallern SEVENTH WONDER veröffentlichte ich das album
"Become".Leider gab es direkt danach untereinander Streit, weshalb ich dort ausstieg. Außerdem sang
ich bei ELSESPHERE, die stilistich in eine ähnliche Richtung tendierten. Das Ende dieser Truppe
wiederum war besiegelt, nachdem ihr Keyboarder beschloss, in die USA zu überzusiedeln. Mikael
Kvist spielte übrigens auch bei ELSESPHERE und empfahl mich schließlich, als SILENT CALL ein
Sänger suchten.

Wie entstanden die Songs für euer Debüt?
Der Großteil war schon fertig, als ich zu den Jungs stieß. Der Aufnahmeprozess heutzutage wird durch
die digitale Technik stark vereinfacht. Im Prinzip hat jeder seine Parts in ein anderem Studio
aufgenommen. Dabei nutzte wir Sonderangebote der Studios, die wir buchen konnten, um die Kosten
im Griff zu behalten. Die Gastmusiker Göran Edman und Daniel Flores nahmen ihre Parts bei sich zu
Hause in ihren eigenen Studios auf. übrigens haben wir uns entschlossen, unseren Fans einen
Sonderservice anzubieten: Wir werden zwei Wochen vor der Veröffentlichung damit beginnen, auf
unserer Homepage täglich einen der Songs auf dem Album näher beleuchten - wie er entstand, was der
Text bedeutet, und so weiter...

Eine schöne Idee! Was erwartet ihr euch von "Creations From A Chosen Path"?
In erster Linie dass wir eine Chance bekommen, weiterzumachen und ein zweites Album aufnehmen
können. Die Situation ist heute sowohl für die Musiker als auch für die Plattenfirmen nicht einfach -
selbst die Major-Firmen kämpfen ums überleben. Und wenn du das feststellst, dass schon vier Wochen
vor der Veröffentlichung das Album auf einer File-Sharing-Website auftaucht, dann ist klar, dass dir das
vielleicht, wenn du Glück hast, Leute zu den Auftritten bringen wird, die die Band sonst nicht kennen
würden, aber dass es andererseits die Verkaüfe negativ beeinflusst. Und dass gerade die kleinen
Plattenfirmen heute sehr genau rechnen müssen, was sie auf den Markt bringen und was nicht, ist gut
nachvollziehbar.

Christoph Pöschl